EURE HEXEN GIBT ES NICHT
YOUR WITCHES DON'T EXIST
EURE HEXEN GIBT ES NICHT
YOUR WITCHES DON'T EXIST
YOUR WITCHES DON'T EXIST
2025 3-Channel-Video 74min
LENA MARIA HELD / MARCUS NEBE
From the 15th to the 18th century, more than 60,000 people were convicted of witchcraft and burned. The majority of those accused were women, in some cases accounting for over ninety percent of the victims.
Almost half of all burnings in Europe took place within the territory of the German Empire. In the Franconian prince-bishoprics, the hunt for alleged witches developed into horrific mass persecutions.
In the Bishopric of Bamberg alone, the names of over 880 victims have been recorded, including women, men, and children. However, we must assume that the number of victims was higher, as some documents were deliberately destroyed or lost forever through negligence.
Nevertheless, Bamberg's libraries and archives contain historical documents that bear witness to the unspeakable suffering of hundreds of innocent people, recording their names and circumstances, and sometimes their own words.
We dedicate this video installation to them and to the nameless.
By lending them faces, voices, and thoughts, we want to let them speak to us and warn us. Together, we call out to the persecutors from back then and from today: Your witches don't exist!
Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Europa gemäß Schätzungen 60.000 Menschen als Hexen verurteilt und verbrannt. Weit über die Hälfte der Angeklagten waren Frauen, bisweilen über neunzig Prozent der Opfer.
Nahezu die Hälfte der europäischen Verbrennungen fanden auf dem Gebiet des Deutschen Reiches statt. In fränkischen Fürstbistümern entwickelte sich die Jagd nach vermeintlichen Hexen zu grauenhaften Massenverfolgungen.
Allein im Hochstift Bamberg sind die Namen von über 880 Opfern überliefert, darunter Frauen, Männer und Kinder. Wir müssen jedoch höhere Opferzahlen annehmen, da Dokumente teils bewusst vernichtet oder durch Nachlässigkeit für immer verloren wurden.
Gleichwohl bergen Bambergs Bibliotheken und Archive historische Dokumente, die vom unsäglichen Leiden hunderter unschuldiger Menschen zeugen, ihre Namen und Lebensumstände, zuweilen ihre eigenen Worte überliefern.
Ihnen und den Namenlosen widmen wir diese Video-Installation.
Indem wir ihnen Gesichter, Stimmen und Gedanken leihen, wollen wir sie zu uns sprechen und uns warnen lassen. Gemeinsam rufen wir den Verfolgern von damals und von heute zu: Eure Hexen gibt es nicht!
Foto - und Filmaufnahmen der Video-Installation in der Johanniskapelle Bamberg © Robin Lambrecht
Ausstellungsdokumentation © Robin Lambrecht
A moving installation brings the voices of victims of witch hunts back to life. It makes it clear that it could have happened to anyone.
Carolin Gißibl
Eine bewegende Installation lässt die Stimmen von Opfern der Hexenverfolgungen wieder erklingen. Sie macht deutlich: Es konnte jeden treffen.
Carolin Gißibl
Im Rahmen des Kunstfilmprojektes "Belächelter Mythos, gefährlicher Wahn" entstand die Mehr-Kanal-Video-Installation EURE HEXEN GIBT ES NICHT
mit Anja Heidenreich, Bohdan Slipchenko, Claudia Raab, Dina Eschenberg, Doris Petersen, Julia Henfling, Julina Pletziger, Karina Liutaia, Kerstin Elsner, Lena Maria Held, Liia Sharipova, Marcus Nebe, Marlene Kil, Sigrid Lohneis, Sophia Graf und Susanne Schreyer - die ihre Stimmen, Gesichter und Gedanken Opfern der sogenannten Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg leihen, um an die Menschen zu erinnern, die aufgrund des Feindbildes der Hexe unschuldig verfolgt, gefoltert und ermordet wurden und Parallelen zur Gegenwart aufzuzeigen.
Kostüm/Ausstattung: Dina Eschenberg, Karina Liutaia
Musik: Curtis Bloxsidge
Regie/Kamera/Schnitt: Lena Maria Held, Marcus Nebe
Drohnenaufnahmen: Alexander Andreyev
Setassistenz: Yaroslava Yakovleva
Trägerverein: kollektiv gut e.V.
Inhaltliche und technische Unterstützung: Christine Schroll, Alois Umlauf, Jakob Nebe und Franz Held
Filmstills © Lena Maria Held/Marcus Nebe